Bern: Musliminnen protestieren gegen Kopftuchverbot

Eine Gruppe Musliminnen protestierte gestern gegen die Diskriminierung von Kopftuchträgerinnen in der Schweiz. Motto des Marsches, der 17 Uhr begann, war: „Wir sind hier, wir sind laut, das Kopftuch bleibt auf meinem Haupt“.

Nachfolgend die Rede:

Ich begrüße euch ganz herzlich hier aus Bern. Tausende von Frauen streiken heute und wir sind auch dabei, denn Muslimas sind auch Frauen und wir kämpfen gegen ein Hijab- und Niqab-Verbot. Es wurde gegen die Diskriminierung von „People of Pol“ gekämpft; es wurde und wird  gegen die Benachteiligung von Frauen gekämpft, doch als Muslimas sind wir beides und dennoch interessiert sich niemand für unser Anliegen; für die Diskriminierung, die wir tagtäglich erleben. Egal, woher wir kommen, wir werden als Prototyp der fremden Frau wahrgenommen, deren Anliegen und Probleme ignoriert werden und sie stattdessen selbst zum Problem stilisiert wird. Wenn ich meine Stimme erhebe,  so wird sie nicht gehört und gleichzeitig nehmen sich andere heraus, für mich zu sprechen. Mich befreien, mich retten zu wollen, weil es selbstverständlich erscheint; dass wir nicht selbstbestimmt sind, wenn wir uns so kleiden und anders leben wollen. Ich brauche keine Rettung; ich will, dass ihr mir zuhört, wenn heute hier und in der ganzen Schweiz dazu aufgerufen wird , für Frauenrechte auf die Straße zu gehen, dann darf es nicht nur für die Forderung einer weiblichen Mehrheit geltende Gerechtigkeit, wie sie erfordert wird sie herrschen wenn jede Frau für sich entscheiden darf wie sie ihr Leben gestalten möchte. Selbstverständlich denke ihr: „Nein, das ist nicht meine Realität, denn während die lautesten und populärsten Feministinnen behaupten für all das einzustehen, diskriminieren sie im gleichen Atemzug uns muslimische Frauen, denen sie absprechen eine eigene Meinung zu haben, denen sie absprechen für sich selbst entscheiden zu können und denen sie deshalb ganz patriarchalisch Tradition vorschreiben wollen, wie sie zu leben, wie sie sich zu kleiden,  wie sie ihre Ehen zu führen und wie sie ihre Kinder zu erziehen haben. Ich habe es satt und genauso satt habe ich es mit meiner Lebensweise für populistische Symbolpolitik herhalten zu müssen und für all die Schreckensszenarien, die sich Politiker und Politikerinnen ausdenken, wenn es ihnen daran gelegen ist, mit völlig absurden Vorstellungen von einer vermeintlichen Islamisierung, Wählerstimmen zu sammeln und dabei eigentlich nur den Zweck verfolgen, davon abzulenken, dass sie unfähig sind, die wahren Probleme unserer Zeit, in den Griff zu bekommen. Mir zu verbieten, mit Kopftuch im öffentlichen Dienst zu arbeiten, wird euch nicht ermöglichen, die Rente für meine und die zukünftigen Generationen zu finanzieren; oder den inflationären Anstieg der Krankenkassenprämien zu verhindern. Das Kopftuch an Schulen zu verbieten, wird nicht dazu führen, dass die stetig zunehmende Gewalt in Klassenzimmern und auf den Schulhöfen zurückgeht. Ein Niqab-Verbot wird die Schweiz in keinsterweise sicherer machen und es wird auch ganz sicher nicht den Klimawandel aufhalten können. Aber wisst ihr, was ihr mit dieser islamophoben Haltung erreicht? Ihr grenzt aus, ihr diskriminiert und ihr spaltet. Wir sind heute hier, um klar zu sagen: Es reicht! „Frauenrechte sind Menschenrechte“, sagt ihr. Ja und als muslimische Frau haben wir genau das gleiche Recht wie alle anderen, unser Leben selbstbestimmt und diskriminierungsfrei zu leben. Es muss euch nicht gefallen, was wir für uns fordern. Es muss euch nicht gefallen, wie wir leben, aber wer ernsthaft von sich behaupten will für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung einzutreten, denen ist es Pflicht, sich gegen Islamophobie und für die Rechte muslimischer Frauen einzusetzen. Wir sind hier, wir sind laut und wir tragen stolz das Kopftuch auf unserem Haupt.

1 Kommentar

  1. Wir brauchen definitiv keine islamische Kopftuch-Propagierung und frömmelnde Verhüllungspropaganda im öffentlichen Dienst oder in öffentlichen Schulen.
    Homophobe, koran-gesteuerte Islamfanatiker haben dort erst recht nichts verloren.
    Viele Ungläubige und Islamkritiker haben das ständige Lamentieren der Kopftuch-Koran-Frauen satt.

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