Über 500 politische Gefangene in Ägypten im Hungerstreik

Über 500 politische Gefangene im Skorpionflügel des berüchtigten ägyptischen Tora-Gefängnisses haben den 39. Tag ihres Hungerstreiks erreicht, den sie im Juni begonnen hatten, um gegen den Tod des ehemaligen Präsidenten Muhammed Mursi zu protestieren.

Mursi starb am 17. Juni, nachdem er in einem Gerichtssaal zusammengebrochen war. Er befand sich sechs Jahre lang in der Einzelhaft im Skorpionflügel und ihm wurde durchwegs die medizinische Versorgung verweigert, wie anderen tausenden Insassen, die in ägyptischen Gefängnissen eingesperrt sind.

Die NGO El-Nadeem führt 283 Fälle individueller Folter, 30 Todesfälle in Gewahrsam und 111 Personen, die im ersten Halbjahr 2019 einer medizinischen Fahrlässigkeit ausgesetzt waren, auf.

Anfang dieser Woche starben zwei politische Gefangene in Ägypten, Omar Adel und Kilani Hassan, nachdem sie unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten worden waren. Auch Hassan wurde die medizinische Versorgung verweigert.

Der Hungerstreik im Tora-Gefängnis zielt darauf ab, die Misshandlung von Gefangenen zu stoppen und die absichtliche Weigerung der Behörden, ärztliche Hilfe zu leisten und die Verhinderung von Besuchen.

Nach Mursis Tod haben die Behörden eine Reihe von Familien daran gehindert, ihre Angehörigen zu besuchen.

Die Behörden erhöhten auch nach Mursis Tod den Preis für Sondergenehmigungen für Besuche bei Familienmitgliedern um 500 Prozent.

Zunächst ignorierten und vernachlässigten die Behörden den Streik dich dann wurden plötzlich die Zellen von Spezialkräften gestürmt, die mit Schusswaffen, Nervengas, Tränengas und Elektroschocker ausgerüstet waren. Den Gefangenen wurde eine Glukoselösung verabreicht und es wurde für mehrere Patienten dieselbe Nadel verwendet.

In ihrer Verzweiflung über die Haftbedingungen sind viele ägyptische Häftlinge in den Hungerstreik getreten, um die ägyptischen Behörden zu einem fairen Verfahren zu zwingen und ihre Umstände zu verbessern.

Ola Al-Qaradawi, die Tochter des einflussreichen Gelehrten Scheich Yusuf Al-Qaradawi, befindet sich derzeit im Hungerstreik im Frauengefängnis von Al-Qanater. Sie saß zwei Jahre in Einzelhaft. Nun sitzt sie in Untersuchungshaft, weil sie in ihrer Zeit in Isolationshaft, ihre Verbindungen genutzt haben soll, um Terrorismus zu unterstützen. Eine Erklärung wie dies in Isolationshaft möglich war, wurde von den ägyptischen Behörden nicht erläutert.

1 Kommentar

  1. Die ägyptischen Behörden bestimmen über Menschen und sind dabei islamisch inspiriert und angeleitet.
    Was ist das nur für eine Religion, die dermaßen menschenverachtend das Regiment führt?
    Islam und Politik – eine grausame Mixtur als herrschaftlicher Irrweg für die Welt.

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