23-Jähriger deutscher Staatsbürger seit Tagen in Ägypten spurlos verschwunden – Ägyptische Botschaft schweigt

Mahmoud und Malik

Am Donnerstagabend, dem 27. Dezember ist es in der ägyptischen Hauptstadt Kairo zu einer Festnahme am Flughafen gekommen. Zwei deutsche Staatsbürger, die in Madinah islamische Theologie studierten, wollten über die Feiertage ihre Bekannten in Kairo besuchen. Als beide im Flughafen Kairo angekommen sind, kam es zu einer grundlosen Festnahme der beiden Brüder. Vor Ort wurden beide vom ägyptischen Geheimdienst verhört. Dem älteren Bruder wurde die Einreise ins Land gewährt, dem jüngeren wurde diese allerdings verwehrt. Von diesem Tag an wissen weder die Verwandten, noch dritte Personen über den genauen Aufenthaltsort und dem Gesundheitszustand des am Flughafen festgenommenen deutschen Staatsbürgers Bescheid.

Seitdem sucht die in Göttingen lebende Familie nach ihrem Sohn, bisher jedoch vergeblich. Es wurde schon mehrmals versucht, den Kontakt mit der Ägyptischen Botschaft aufzunehmen. Teilweise ist es auch zu kurzen Gesprächen zwischen der Familie und der ägyptischen Botschaft gekommen, bisher leider ohne jeglichen Erfolg. Auch die Mutter des verschwundenen Studenten, hat bisher mit einer ausführlichen E-Mail versucht, die Ägyptische Botschaft in Deutschland aufzufordern, aktiv nach ihrem Sohn zu suchen. Mitarbeiter der Botschaft haben des Öfteren der Familie mitgeteilt, dass sie von diesem Falle keine Kentniss besäßen. Der Familie wurde gesagt, sie solle im jetzigen Zustand abwarten und Ruhe bewahren bis weitere Informationen aus Ägypten kommen.

Vor knapp drei Jahren wurde ein italienischer Staatsbürger ebenfalls grundlos in Ägypten festgenommen. Es ist damals nicht nur bei der Haft geblieben, er wurde im Gefängnis gefoltert, getötet und verschleppt. Seine Leiche fanden Passanten halbnackt auf Ägyptens Straße verstümmelt wieder. Laut dem europäischen Parlament schien dies wohl kein Einzelfall zu sein, und sie betrachteten den damaligen Fall mit „tiefer Sorge“. Durch Bekannte der Familie in Kairo wird gesagt, dass der 23-jährige Theologiestudent sich möglicherweise im östlichen Teil Kairos, in der Hauptstelle des Geheimdienstes befinde und dort in Untersuchungshaft festgehalten wird. Besuche oder auch nur der kleinste Kontakt seien nicht gestattet. Die Familie wirft der ägyptischen Botschaft vor, sich nicht ernsthaft mit dem Fall zu beschäftigen, nur geringes Interesse und sehr eingeschränkter Einsatz bestehe, der Familie weiterhelfen zu wollen. Vor allem da die Ägyptische Botschaft in der Pflicht stehe, alle möglichen Schritte in die Wege zu leiten, sodass der 23-Jährige unversehrt nach Deutschland gebracht wird, da es sich um einen Bürger der Bundesrepublik Deutschland handle.

Die Familie hält es für unmöglich, dass die Ägyptische Botschaft von den  Geschehnissen am Flughafen keinerlei Kenntnisse hat. Juristisch betrachtet, verpflichtet die sogenannte „Wiener Konvention“ die Behörden des Gastlandes, die Deutsche Botschaft unverzüglich zu belehren, sofern eine in Ägypten inhaftierte ausländische Person darauf besteht. Des Weiteren legitimiert die „Wiener Konvention“ einen Gefängnisbesuch von Konsularbeamte und dessen Vergewisserung, ob die Person ordnungsgemäß behandelt wird und welche Gründe zu einer Inhaftierung geführt haben. Trotz dieses Abkommens wurden bisher weder von der Ägyptischen Botschaft solch Maßnahmen ergriffen, noch wurden die Rechte des in Kairo festgenommenen deutschen Staatsbürgers gewährt.

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