
Muslimische Frauen und Schwarze Menschen werden in Deutschland zunehmend rassistisch diskriminiert, so die Ergebnisse einer umfassenden bundesweiten Studie, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.
Der Bericht des Nationalen Monitors für Diskriminierung und Rassismus (NaDiRa) zeigt, dass 54 Prozent derjenigen, die aufgrund ihrer Hautfarbe oder Religion diskriminiert werden, mindestens einmal im Monat eine vorurteilsbehaftete Behandlung erfahren.
Die Ergebnisse zeigen, dass muslimische Frauen (61 %), schwarze Frauen (63 %) und schwarze Männer (62 %) am häufigsten von subtiler Diskriminierung betroffen sind. Bei Schwarzen war die Hautfarbe in bis zu 84 % der Diskriminierungsfälle der Hauptfaktor, während bei muslimischen Befragten religiöse Vorurteile in bis zu 51 % der Fälle der Hauptfaktor waren.
Die Studie ergab, dass Diskriminierung besonders häufig im öffentlichen Raum vorkommt: 42 % der schwarzen Männer und 38 % der muslimischen Frauen berichteten von regelmäßigen negativen Begegnungen. Auch Behörden erwiesen sich als problematisch: 37% der muslimischen Frauen berichteten von ungerechter Behandlung durch institutionelle Behörden.
Diskriminierung durch die Polizei war ebenfalls ein wichtiges Thema: 19 % der muslimischen Männer und 18 % der schwarzen Männer berichteten von negativen Begegnungen mit den Strafverfolgungsbehörden.
„Der Bericht zeigt, dass rassistische Diskriminierung in fast allen Bereichen der Gesellschaft vorkommt. Dies verdeutlicht die strukturelle Dimension von Rassismus“, so Dr. Cihan Sinanoglu, Direktor von NaDiRa.
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