US-Truppen verlassen endgültig den Irak

U.S. Army Brig. Gen. Kevin Lambert, commanding general of Combined Joint Task Force - Operation Inherent Resolve (CJTF-OIR), interacts with service members during a visit to the Kurdistan Coordination Center located in Erbil, Iraq, Nov. 10, 2025. CJTF-OIR remains united and determined in its mission to support partner forces by promoting regional stability. (U.S. Army Photo by Pfc. Jordan Foster)

Die Vereinigten Staaten haben den vollständigen Abzug ihrer Streitkräfte aus dem Irak abgeschlossen. Am Mittwoch, dem 30. September 2026, verließen die letzten amerikanischen Soldaten und ihre Ausrüstung den Luftwaffenstützpunkt Erbil im nordirakischen Kurdengebiet. Damit endet eine militärische Präsenz, die mit der Invasion 2003 begann und über zwei Jahrzehnte andauerte.

Das Pentagon bestätigte einen „geordneten Abzug“. Pentagon-Sprecher Sean Parnell erklärte, dies markiere den erfolgreichen Abschluss einer 12-jährigen Kampagne gegen den sogenannten Islamischen Staat (IS), der als organisierte militärische Bedrohung besiegt worden sei. Die Mission „Operation Inherent Resolve“ im Irak ist damit beendet. Die Koalition verlegt ihr Hauptquartier nach Jordanien und setzt Operationen in Syrien fort.

Die Vereinbarung über den Abzug war bereits 2024 unter der Regierung von Präsident Joe Biden mit Bagdad getroffen und von der Trump-Administration umgesetzt worden. In den letzten Jahren waren nur noch wenige hundert bis rund 1.500 US-Soldaten im Land stationiert, zuletzt vor allem im Norden.

Die irakische Regierung feiert den Abzug als wichtigen Meilenstein der nationalen Souveränität. Premier Ali al-Zaidi sprach von einer „neuen Phase“, die von der Stärke der irakischen Institutionen und ausgewogenen Partnerschaften geprägt sei. Bagdad hat mehrtägige Feiertage ausgerufen.

Iran und mit Teheran verbündete Gruppen im Irak begrüßen den Abzug ausdrücklich als Erfolg. Kommandeure iran-naher Formationen bezeichneten den Rückzug der US-Truppen als Sieg derjenigen Kräfte, die sich jahrelang gegen die amerikanische Militärpräsenz gestellt hatten. Der Abzug entziehe den Argumenten, mit denen bewaffnete Gruppen ihre Waffen behalten hätten, eine zentrale Grundlage – auch wenn die geplante Entwaffnung dieser Formationen von der irakischen Regierung auf mindestens Juni 2027 verschoben wurde.

Irakische Sicherheitsexperten warnen zugleich vor möglichen Risiken. Der Rückzug könnte den Einfluss Teherans und seiner Verbündeten stärken. Gleichzeitig bestehe die Gefahr, dass verbliebene IS-Zellen Versuchungen nutzen könnten, auch wenn die Gruppe weitgehend auf Schläferzellen reduziert ist. Die Verantwortung für die innere Sicherheit liegt nun primär bei den irakischen Streitkräften. Die USA kündigten an, bilaterale Sicherheitskooperation, Training und Informationsaustausch fortzusetzen.

Der Abzug erfolgt vor dem Hintergrund der anhaltenden Spannungen und Kampfhandlungen zwischen den USA sowie Israel und dem Iran, die seit Ende Februar 2026 andauern. Basen im Irak waren in den vergangenen Monaten wiederholt Ziel von Angriffen geworden.

Mit dem vollständigen Abzug der US-Truppen schließt sich ein Kapitel, das Tausende Opfer auf allen Seiten und tiefgreifende Veränderungen in der Region hinterlassen hat. Ob die irakische Souveränität gestärkt und Stabilität dauerhaft gesichert werden kann, wird die kommenden Monate zeigen.

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