Google unter Beschuss: 45-Millionen-Dollar-Deal mit Israel für Propaganda-Kampagne im #GazaGenozid

Der Technologieriese gerät zunehmend unter Beschuss, nachdem bekannt wurde, dass Google im Juni 2025 einen Vertrag über 45 Millionen US-Dollar mit dem Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu unterzeichnet hat. Der über die israelische Regierungs-Werbeagentur Lapam koordinierte Deal umfasst eine digitale Werbekampagne auf YouTube und der Plattform „Display & Video 360“ von Google. Ziel ist es, die offiziellen Botschaften Israels während der anhaltenden militärischen Operationen in Gaza zu verbreiten – eine Kampagne, die in israelischen Dokumenten als „Hasbara” (hebräisch für „Propaganda”) bezeichnet wird.

Ein zentrales Element der Kampagne ist ein Video des israelischen Außenministeriums, das die Behauptung aufstellt, es gebe „Lebensmittel in Gaza“, und jegliche gegenteilige Aussage als Lüge darstellt. Das Video erreichte über sechs Millionen Aufrufe, größtenteils durch bezahlte Werbung. Diese Aussage steht jedoch im Widerspruch zu Berichten der Vereinten Nationen (UN) und der Integrated Food Security Phase Classification (IPC), die eine von Menschen verursachte Hungersnot in Gaza bestätigen. Laut UN-Daten starben im August 2025 mindestens 185 Menschen, darunter 12 Kinder, an Hunger, nachdem Israel die Lieferung von Lebensmitteln, Medikamenten und Treibstoff blockiert hatte.

Kritiker werfen Google vor, durch die Verbreitung solcher Botschaften aktiv an der Desinformation über die humanitäre Krise in Gaza beteiligt zu sein. „Es ist unverantwortlich, dass ein Unternehmen wie Google, das sich als neutraler Akteur präsentiert, Propaganda finanziert, die eine Hungersnot leugnet und die Leiden der palästinensischen Bevölkerung herunterspielt”, sagte ein Sprecher der Menschenrechtsorganisation Middle East Watch.

Die Kritik an Google hat sich durch die Beteiligung des Unternehmens am umstrittenen Projekt Nimbus verstärkt. Dabei handelt es sich um einen 2021 unterzeichneten Cloud-Computing-Vertrag im Wert von 1,2 Milliarden Dollar mit der israelischen Regierung und ihrem Militär. Im Rahmen von Nimbus werden Infrastruktur und KI-Technologien bereitgestellt, die zur Überwachung und militärischen Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung eingesetzt werden. Der neue Werbevertrag wird als weiterer Beweis dafür gesehen, dass Google seine Plattform und Ressourcen nutzt, um die Politik Israels zu unterstützen, welche von vielen als Verletzung des internationalen Rechts angesehen wird.

„Google verdient Milliarden mit seiner Infrastruktur, während es gleichzeitig die Narrative einer Regierung unterstützt, die für systematische Gewalt und die Verweigerung humanitärer Hilfe verantwortlich gemacht wird“, erklärte die Aktivistengruppe Tech for Palestine in einem Statement. „Dies ist nicht nur ein ethisches Versagen, sondern macht Google potenziell mitschuldig an der Rechtfertigung von Kriegsverbrechen.“

Laut Berichten hat Israel auch 3 Millionen US-Dollar für Werbung auf der Plattform X und 2,1 Millionen US-Dollar auf Outbrain/Teads ausgegeben, um seine Botschaften zu verbreiten. Mit dieser breit angelegten digitalen Offensive soll die internationale öffentliche Meinung beeinflusst werden – insbesondere angesichts wachsender globaler Kritik an der Blockade Gazas und den Vorwürfen eines Völkermords.

Menschenrechtsgruppen und Aktivisten fordern Google auf, den Vertrag zu kündigen und sich von Projekten wie Nimbus zurückzuziehen. „Technologieunternehmen dürfen nicht zu Werkzeugen staatlicher Propaganda werden“, sagte die palästinensische Aktivistin Amina Hassan. „Google muss seine Verantwortung erkennen und handeln, bevor sein Ruf weiter Schaden nimmt.“

Google selbst hat sich zu den Vorwürfen bisher nicht öffentlich geäußert. Der Konzern steht jedoch vor einem Dilemma: Die Zusammenarbeit mit Regierungen ist für Technologieunternehmen zwar nicht ungewöhnlich, doch die direkte Beteiligung an einer Kampagne, die eine humanitäre Krise leugnet, wirft ernsthafte Fragen zur ethischen Verantwortung von Big Tech auf.

Der 45-Millionen-Dollar-Vertrag zwischen Google und der israelischen Regierung markiert einen weiteren Tiefpunkt in der Debatte über die Rolle von Technologieunternehmen in geopolitischen Konflikten. Während die internationale Gemeinschaft die Hungersnot in Gaza verurteilt, scheint Google durch seine Plattform eine Narrative zu unterstützen, welche die Realität verzerrt. Die Kontroverse macht deutlich, wie dringend eine breitere Diskussion über die Verantwortung von Tech-Giganten in Krisenzeiten erforderlich ist.

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