Frankreich und der säkulare Extremismus

Teil 6: Algerier in Neukaledonien

Der ehemalige Staatschef Frankreichs François Mitterand sagte einst:

„Ohne Afrika wird Frankreich im 21. Jahrhundert keine Geschichte haben“.

Frankreich eignet sich nicht nur Ländereien an, sondern auch wenn sich die Opfer dabei wehren, werden sie umso härter bestraft. In unserer Reihe wollen wir über die Verbrechen Frankreichs, ein Land, das sich dem säkularen Extremismus verpflichtet hat, berichten.

Zehn Prozent der Bevölkerung in Neukaledonien hat einen algerischen Ursprung. Aber wie kamen die Algerier nach Neukaledonien?

1871 starteten El Mokrani und Scheikh Ahaddad mit algerischen Bauern, Nomaden, Handwerkern und Tagelöhner gegen die französischen Besatzer einen Aufstand. Der Aufstand wurde brutal niedergeschlagen. Hunderte Aufständische wurden hingerichtet und tausende inhaftiert. Die Gelehrten und Führer des Aufstandes wurden nach Neukaledonien deportiert, um dort als Sklaven zu arbeiten. Es gab 2106 dokumentierte Deportationen.

Weitere Ländereien wurden enteignet und die Landwirtschaft Algeriens wurde nach den Bedürfnissen Frankreichs ausgerichtet. In Algerien, einem Land der Muslime, wurden Weinfelder angelegt. In der Zeit einer Hungersnot in Algerien wurden Wein, Orangen und Weizen von dort nach Frankreich transportiert. Ein großer Akt des Hochmutes war, dass die Franzosen Reparationen von den algerischen Stämmen verlangten.

Viele der Gefangenen auf dem Schiff Richtung Neukaledonien starben an Hunger. Nachdem die Vorräte an Datteln ausgingen, weigerten sie sich das als Alternative stehende Schweinefleisch zu essen.

Bereits vor dem Mokrani-Aufstand wurden Algerier nach Neukaledonien deportiert. Mohamed Ben Brahim war der erste Algerier, der am 9. Mai 1864 nach Neukaledonien deportiert wurde.

Ziel der Franzosen war es, die Identität der muslimischen Deportierten zu entziehen. Sie weigerten sich, die Gefangenen nach Abschluss ihrer Haftstrafen in den Arbeitslagern nach Algerien zurückzuschicken. Die Deportierten durften nicht von ihren Frauen und Kindern begleitet werden, daher waren die ersten Algerier in Neukaledonien alle Männer.

Darüber hinaus war der Islam verboten und alle Männer und ihre neuen Familien waren verpflichtet, dem Katholizismus zu folgen. All ihre Kinder mussten die katholische Schule besuchen. Arabische Namen wurden verboten und die französische Kolonialverwaltung erlaubte nur christliche Namen. Erst als 1930 ein Verbot aufgehoben wurde, konnten die Muslime die französischen Namen ablegen.

Die Diskriminierung durch die Franzosen ist bis heute verbreitet. Die Nachfahren der Algerier werden als dreckige Araber bezeichnet, die Eröffnung einer Moschee wurde erschwert. Es sollte zehn Jahre dauern bis 1975 die erste Moschee „L’Association des Musulmans de Nouvelle-Calédonie“ eröffnet wurde. Diese durfte jedoch nicht als Moschee bezeichnet werden. Dies ist ein weiterer Akt der Islamfeidlichkeit Frankreichs.

Claude Guéant, ehemaliger Innenminister Frankreichs sagte:

„Für uns sind nicht alle Zivilisationen gleichwertig.“

Ist dies der Grund für die Verbrechen Frankreichs?

Guéant wird Geldwäsche und Urkundenfälschung vorgeworfen.

Betrug, Geldwäsche, Ungerechtigkeit, Ausbeutung, Diebstahl, Diskriminierung uvm., kann man überhaupt von einer Zivilisation sprechen?

Lesen Sie auch:
Teil 1: Uran aus Niger
Teil 2: Salz aus Tunesien
Teil 3: Der afrikanische Fanc
Teil 4: Mit Militärgewalt gegen die Unabhängigkeit
Teil 5: Islamfeindlichkeit

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