Skandalöses Bewerbungsgespräch in Köln

In einer Zeit, in der es schon längst viele Statistiken darüber gibt, wie die Islamfeindlichkeit in Deutschland, aber auch länderübergreifend in Europa stetig wächst, erscheint es vielleicht nicht mehr als zwingend notwendig, Situationen, in denen sie den Menschen auffällt, einzeln zu besprechen. Dennoch schockieren manche Vorfälle im Privatleben der einzelnen Bürger, wie weit es Teil des alltäglichen Lebens geworden ist und wie wenig manche inakzeptablen Ereignisse mittlerweile Aufsehen erregen, ohne dass sie in die Schlagzeilen kommen.

So wäre vorgestern bei einem Vorstellungsgespräch als Außendienstmitarbeiterin im städtischen Ordnungsdienst bei der Stadt Köln eine Bewerberin offensichtlich auf seine Haltung zum Islam geprüft worden. Während es anfangs lediglich um allgemeine Begriffe ging, so die Bewerberin, die sie hören und mit bestimmten Bedeutungen füllen oder mit bestimmten Begriffen assoziieren sollte, wäre es später zum Wort „Scharia“ gekommen. Daraufhin soll diese mit dem Wort „Islam“ geantwortet haben. Nach dem Gespräch hätte es geheißen, der Bewerber würde nicht ins Profil passen.

Es ist nicht ersichtlich, warum ein Bewerber für eine Arbeitsstelle im städtischen Ordnungsdienst mit solchen Fragen konfrontiert wird, aber dass man damit möglicherweise die religiöse und politische Gesinnung der Betroffenen erkennen wollte, ist nicht von der Hand zu weisen. Die Zahl der Beschwerden, die diesen Charakter aufweisen, nimmt von Tag zu Tag zu. Wir verurteilen eine solch selektierende Herangehensweise auf dem Arbeitsmarkt und wünschen uns eine gerechte Behandlung für alle Arbeitsuchenden, ohne sie wegen ihrer Haltungen zu bestimmten Konfessionen zu stigmatisieren und anschließend zu benachteiligen.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*