Turkmenistan: Verhör und Ausreiseverbot wegen des Besitzes von Koranen

Das Sicherheitspersonal des Flughafens Ashgabad hat eine in der Türkei arbeitende Frau festgenommen, die arabische Korane als Geschenk für Verwandte mitgebracht hatte und sie 24 Stunden lang verhört. Die Korane seien konfesziert worden. Zudem wurde ihr ein Ausreiseverbot erteilt, sie darf Turkmenistan nicht mehr verlassen. Vom Ausreiseverbot erfuhr sie, als sie im Januar zurück in die Türkei fliegen wollte, um weiter zu arbeiten.

Das Sicherheitspersonal des internationalen Flughafens von Ashgabad fand auf Arabisch mehrere Exemplare des Korans im Gepäck einer turkmenischen Frau, die Ende Dezember 2018 aus der Türkei zurückkehrte. Die rechtmäßig in der Türkei arbeitende Frau war zu Verwandten in der östlichen Region Lebap zurückgekehrt.

Ein uniformierter Polizist und zwei Männer in Zivilkleidung riefen sie, nachdem sie die Passkontrolle durchlaufen hatte und brachten sie zum Verhör. Ihre Fragen konzentrierten sich hauptsächlich darauf, warum sie die Korane in das Land brachte.

„Der Polizist stellte keine Fragen, aber die Männer in Zivilkleidung stellten nacheinander Fragen“, sagte die Frau zu Radio Free Europe, „und wenn nötig, waren sie bereit, mich moralisch unter Druck zu setzen.“ Sie sagte, die beiden Männer schrien sie an: „Schämen Sie sich nicht, solche Bücher mitzubringen, Sie sind eine Frau! Sie versuchen also, religiöse/politische Propaganda zu bringen!“

Die Beamten fragten auch, warum die Frau so gekleidet war und warum sie ihre Haare nicht gefärbt hatte.

Die Beamten forderten die Frau dann auf, eine Passage aus dem Koran vorzulesen, um herauszufinden, ob sie den Text lesen konnte. Sie weigerte sich, daraus zu lesen, ohne sich rituell zu waschen. Die Offiziere zwangen sie, aus dem Koran zu lesen. Am nächsten Morgen brachten sie einen Imam aus einer Moschee in Ashgabad mit, der ihr beim Lesen zuhörte und ihre korrekte Aussprache und ihr Verständnis des Arabischen bestätigte.

Erst nachdem sie 24 Stunden auf dem Flughafen festgehalten worden war, erlaubten die Beamten der Frau, zu gehen. Nachdem sie ihre Verwandten in der Region Lebap erreicht hatte, wurde sie auch von örtlichen Sicherheitsbeamten befragt.

Nach ihrem Urlaub bei Verwandten reiste die Frau im Januar zum Flughafen Aschgabad zurück, um in die Türkei zu fliegen. Die Flughafenbeamten sagten ihr allerdings, dass sie ein Ausreiseverbot habe.

1 Kommentar

  1. Behandelt die selbstherrliche Religionspolizei in islamischen Gottesstaaten Ungläubige und Nicht-Islam-Konforme nicht noch viel schlimmer?

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