Die AfD-Stadträtin Silke Koch hat mit mehreren WhatsApp-Statusmeldungen für Empörung gesorgt. Auf Bildern von Frauen in muslimischer Badekleidung (Burkinis) schrieb sie unter anderem „Dreck“ bzw. „Bis auf den Dreck“. Der Vorfall aus dem Rheinauer Parkschwimmbad löste scharfe Kritik aus und führte zu einer Strafanzeige wegen des Verdachts der Volksverhetzung.
Laut Berichten des Mannheimer Morgen und weiteren Quellen stellte Koch in ihrem WhatsApp-Status Fotos ein, die zwei Frauen in Burkini sowie weitere Badegäste zeigten. Zu dem Bild der Musliminnen kommentierte sie sinngemäß „Bis auf den Dreck“. Unter weiteren Aufnahmen hieß es unter anderem „gut dass das Becken gechlort ist“ und über einen Mann neben einer Muslimin „das ist der fette Shariachef dazu“. Die Frauen wurden offenbar ohne ihr Einverständnis fotografiert.
Koch bestätigte die Äußerungen gegenüber dem Mannheimer Morgen. Sie behauptete, der Begriff „Dreck“ beziehe sich ausschließlich auf die Textilien und nicht auf die Personen. Es gehe um Hygieneaspekte der Badekleidung. Das betroffene Schwimmbad erklärte dagegen, es gebe keine Probleme mit der Badebekleidung seiner Gäste und betonte, dass in Mannheim gegenseitige Rücksichtnahme und Toleranz funktionierten.
Der SPD-Kreisvorstand Mannheim erstattete Strafanzeige wegen Volksverhetzung. Es hagelte Rücktrittsforderungen. Die AfD Mannheim antwortete nach Angaben von Medien nicht auf Presseanfragen, ob sich die Partei von den Kommentaren distanziere oder Konsequenzen ziehe.
Silke Koch sitzt seit 2024 für die AfD im Mannheimer Gemeinderat und agiert dort als frauenpolitische Sprecherin. Sie ist mit dem AfD-Bundestagsabgeordneten und früheren Fraktionschef Heinrich Koch verheiratet. Der Vorfall reiht sich in eine Reihe kritischer Äußerungen der Partei gegenüber Muslimen ein.
Muslimische Verbände und antirassistische Initiativen werteten die Posts als klare antimuslimische Hetze. Die Bezeichnung von Menschen muslimischen Glaubens oder ihrer Kleidung als „Dreck“ erinnere an rassistische Narrative, die Minderheiten entmenschlichen. Zum Redaktionsschluss war noch unklar, ob die Staatsanwaltschaft die Anzeige aufnimmt und ob die AfD-Fraktion interne Maßnahmen ergreift.
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