In Südafrika verschärft sich die Lage für Migranten und Flüchtlinge. Seit Monaten kommt es zu Protesten, Einschüchterungen und teilweise gewaltsamen Übergriffen gegen Menschen aus anderen afrikanischen Staaten. Im Zentrum der Kampagne steht die Bewegung March and March, die eine deutlich strengere Durchsetzung der Einwanderungsgesetze fordert.
Besonders angespannt ist die Situation in KwaZulu-Natal sowie in den Ballungsräumen Johannesburg und Pretoria. Migranten berichten von Drohungen, Geschäftsaufgaben und Vertreibungen. Auch Menschen, die seit vielen Jahren oder Jahrzehnten in Südafrika leben, geraten unter Druck.
Der britische Nachrichtendienst 5Pillars berichtet zudem über eine besondere Betroffenheit muslimischer Migranten. Demnach seien afrikanische und asiatische Muslime sowie muslimische Geschäftsinhaber Ziel von Einschüchterungen und Kontrollen geworden. Diese Darstellung beruht teilweise auf Aussagen einzelner Betroffener und Gesprächspartner. Unabhängige Quellen bestätigen vor allem eine allgemeine fremdenfeindliche Kampagne gegen Migranten.
Die Folgen sind erheblich. Tausende Menschen haben Südafrika aus Angst vor weiterer Gewalt verlassen oder sich um eine Rückkehr in ihre Herkunftsländer bemüht. Auch Nigeria und andere afrikanische Staaten haben Rückführungen beziehungsweise Evakuierungen organisiert.
Präsident Cyril Ramaphosa hat die Gewalt verurteilt und klargestellt, dass allein der Staat für die Durchsetzung des Einwanderungsrechts zuständig sei. Bürgergruppen dürften nicht selbst Menschen kontrollieren oder gegen Migranten vorgehen.
Gleichzeitig warnen Ökonomen vor den wirtschaftlichen Folgen. Ausländische Arbeitskräfte sind unter anderem in Landwirtschaft, Baugewerbe, Einzelhandel, Gastronomie und Transport tätig. Ihre Abwanderung könnte deshalb Arbeitskräftemangel und zusätzliche wirtschaftliche Probleme verursachen.
Die aktuelle Entwicklung zeigt vor allem eine erneute Eskalation der seit Jahren bestehenden Fremdenfeindlichkeit in Südafrika. Dass darunter auch muslimische Migranten leiden, wird von Betroffenen berichtet.
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