Portugal hat ein umstrittenes Gesetz erlassen, das das Verdecken des Gesichts in öffentlichen Räumen verbietet. Präsident António José Seguro unterzeichnete die Regelung am 18. August 2026. Das Gesetz, in den Medien oft als „Burqa-Gesetz“ bezeichnet, richtet sich formal gegen jede Form der Gesichtsverhüllung aus Sicherheits- und Ordnungsgründen. In der Praxis trifft es jedoch vor allem muslimische Frauen, die Niqab oder Burqa tragen.
Das Gesetz verbietet Kleidung, die das Gesicht verdeckt oder die Identifizierung verhindert. Das Kopftuch, das das Gesicht freilässt bleibt erlaubt. Verstöße können mit Bußgeldern zwischen 150 und 3.000 Euro geahndet werden. Ausnahmen gelten unter anderem aus gesundheitlichen, beruflichen oder künstlerischen Gründen sowie in Gotteshäusern, diplomatischen Einrichtungen und Flugzeugen.
Kritiker innerhalb und außerhalb der muslimischen Community sehen das Gesetz als symbolischen Angriff auf religiöse Freiheit und als Beitrag zu einem Klima der Islamfeindlichkeit. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International bezeichnen die Regelung als diskriminierend, weil sie muslimische Frauen unverhältnismäßig treffe und deren Teilnahme am öffentlichen Leben erschweren könne.
Das Gesetz geht auf eine Initiative der rechtsgerichteten Partei Chega zurück und wurde mit den Stimmen der Mitte-Rechts-Regierung und weiterer rechter Parteien verabschiedet. Linke Parteien stimmten dagegen und warnten vor islamophoben Tendenzen. Präsident Seguro begründete seine Zustimmung mit sozialer Integration, Geschlechtergleichheit und Sicherheit. Er verwies auch auf ähnliche Regelungen in anderen europäischen Ländern und auf Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte.
Für Frauen, die bisher Niqab oder Burqa trugen, bedeutet es eine direkte Einschränkung ihrer bisherigen religiösen Praxis im öffentlichen Raum.
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