Islamfeindlicher Angriff am Bahnhof Bestwig: Älteres Ehepaar beleidigt junge Musliminnen aufs Übelste

Ein Video, das am Bahnhof in Bestwig aufgenommen wurde, sorgt seit Tagen für Entsetzen und Empörung. Es zeigt, wie ein älteres Ehepaar zwei junge Frauen mit Kopftuch – eine 22-Jährige und ihre 13-jährige Schwester – mit übelsten rassistischen und frauenfeindlichen Beleidigungen überzieht.

Die beiden Schwestern, Maside und ihre jüngere Schwester, wollten am 20. August den Zug nach Dortmund nehmen. Beide sind in Deutschland geboren und aufgewachsen und gehören bereits der dritten Generation an. Ihr Großvater war einst aus der Türkei nach Deutschland gekommen. Maside studiert und lebt in Köln, ihre Schwester in Ostwig im Sauerland.

Als der Vater der Mädchen noch ein Abschiedsfoto machte, beobachtete das ältere Ehepaar die Szene argwöhnisch. Maside sprach die beiden an und erklärte, dass nur Fotos von den Töchtern gemacht worden seien. Daraufhin eskalierte die Situation.

Auf dem Video, das Maside bewusst so filmte, dass keine Gesichter erkennbar sind, sind unter anderem folgende Aussagen zu hören:

„Sie sind viel zu dumm.“
„Sie sollte man mit dem ersten Flieger in Ihre Heimat bringen.“
Und besonders schockierend: „Ich wünsche Ihnen, dass Sie ständig vergewaltigt werden.“

Die 22-jährige Maside berichtete später: „Als Person mit Kopftuch kann man nach 22 Jahren Blicke ganz gut deuten.“ Für sie und ihre erst 13-jährige Schwester war die Grenze mit dem Vergewaltigungswunsch klar überschritten.

Das Video wurde von ihrem Cousin Osman Yusuf auf Instagram veröffentlicht und verbreitete sich rasant. Die Resonanz war überwiegend von Solidarität und Ablehnung der Beleidigungen geprägt. Yusuf, der selbst im Sauerland aufgewachsen ist, zeigte sich besonders erschüttert: „Besonders das Wort ‚ständig‘ im Zusammenhang mit dem Vergewaltigungs-Wunsch hat mich getroffen.“

Die Polizei zeigte sich fassungslos. „Dass so etwas hier bei uns passiert, macht uns betroffen“, sagte ein Sprecher der Kreispolizeibehörde Hochsauerlandkreis. Maside erstattete Anzeige. Die Ermittlungen übernimmt der Staatsschutz der Polizei Dortmund. Im Raum stehen Beleidigung und möglicherweise Volksverhetzung bzw. eine politisch motivierte Tat.

Maside selbst sagte in dem Trubel um das Video: „Eigentlich passe mir der Trubel im Moment überhaupt nicht, weil ich mitten in der Klausurenphase stecke. Da fragt man sich, warum man sich in diesem Alter so krass mit so etwas beschäftigen muss? Es ist offenbar nötig.“

Der Vorfall macht erneut deutlich, wie sehr Alltagsrassismus und Islamfeindlichkeit auch junge Musliminnen treffen – selbst wenn sie hier geboren und aufgewachsen sind. Viele Stimmen fordern, dass solche Angriffe konsequent verfolgt und geächtet werden.

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