Frankreich und der säkulare Extremismus

Teil 3: Der afrikanische Fanc

Luigi Di Maio, italienischer Außenminister, sagte Anfang des Jahres: „Bestimmte europäische Länder, Frankreich an erster Stelle, haben nie aufgehört, Dutzende afrikanische Länder zu kolonisieren“. Er sagte auch: “Frankreich gehört zu den Ländern, die durch das Drucken von Geld für 14 Staaten deren Entwicklung verhindern und zur Abwanderung von Flüchtlingen beitragen”. Die französische Politik ist nicht nur eine wirtschaftliche Bedrohung für den afrikanischen Kontinent. In unserer Reihe wollen wir über die Verbrechen Frankreichs, ein Land, das sich dem säkularen Extremismus verpflichtet hat, berichten.

Der CFA-Franc, eine afrikanische Währung, wurde am 26. Dezember 1945 durch ein Dekret von General de Gaulle offiziell geschaffen und wird heute in weiten Teilen Afrikas verwendet. Bis 1958 stand CFA für „Colonies françaises d’Afrique“, was soviel heißt wie „Französische Kolonien Afrikas“ und danach und bis zum heutigen Tag steht der Name für „Communauté française d’Afrique“, was „Afrikanische Finanzgemeinschaft“ bedeutet. Es gibt einen westafrikanischen und einen zentralafrikanischen Franc mit den Frankreich vierzehn afrikanische Staaten wirtschaftlich bindet.

Folgende Länder sind betroffen:
Zentralafrikanischer Franc:

Äquatorialguinea (ehemalige spanische Kolonie): {Rohöl, Erdgas, topische Hölzer, Kakao}

Gabun: {Rohöl und Erdölprodukte, Mangan, Uran, Eisenerze, Gold, topische Hölzer, Kaffee, Kakao, Kautschuk, Palmöl, Zucker, Erdnüsse}

Kamerun: {Erdöl, Holzprodukte, Kakao, Kaffee}

Republik Kongo: {Erdöl, Kalisalze, Eisen- und Kupfererze, Gold, Diamanten, Phosphat, Bauxit}

Tschad: {Erdöl, Baumwolle, Erdnüsse}

Zentralafrikanische Republik : {Holz, Diamanten, Baumwolle, Kaffee, Tabak}

Westafrikanischer Franc:

Benin: {Gold, Baumwolle, Kokosnüsse, Paranüsse, Cashewnüsse, Erdöl, Holz}

Burkina Faso: {Gold, Erdnüsse, Baumwolle}

Elfenbeinküste: {Rohöl, Kakao, Holz, Kaffee, Cashew-Nüsse, Baumwolle, Naturkautschuk, Palmöl, Fisch, Textilien, Zement, Tropenfrüchte}

Guinea-Bissau (ehemalige portugiesische Kolonie): {Phosphate, Bauxit, Erdöl, Gas, Gold, Erdnüsse, Palmkerne und Palmöl, Garnelen, Holz, Cashew-Nüsse}

Mali: {Gold, Baumwolle, Düngemittel, Vieh, Phosphate. Noch nicht erschlossen: Kalk, Steinsalz, Bauxit, Eisenerz, Mangan, Ölschiefer, Marmor, Uran, Blei, Zink}

Niger: {Uran, Gold, Erdöl, Reis, Palm Oil}

Senegal: {Gold, Erdöl, gefrorener Fisch, Phosphorsäure, Zement}

Togo: {Erdöl, Gold, Calciumphosphate, Zement}

Worauf lassen sich die Länder der afrikanischen Finanzgemeinschaft ein:

  1. Die CFA-Länder müssen 65 Prozent ihrer Währungsreserven beim Agence France Trésor hinterlegen.
  2. Zusätzliche 20 Prozent der Währungsreserven müssen die CFA-Länder als finanzielle Sicherheit hinterlegen (d.h. die CFA-Länder haben auf 85 Prozent ihrer eigenen Währungsreserven keinen Zugriff).
  3. Wollen die CFA-Länder ihr eigenes Geld haben, so ist dies auf 20 % der öffentlichen Einnahmen des Vorjahres begrenzt. Will man mehr, geht es nur mit Zustimmung Frankreichs. Frankreich besitzt hierbei ein Veto-Recht hat. Die Länder müssen dann einen Kredit aufnehmen, um ihr eigenes Geld zu bekommen.
  4. Die Direktoren der zwei afrikanischen Zentralbanken werden von Frankreich ernannt.
  5. Einige Entscheidungen werden nur durch Frankreich gefällt. So wurde beispielsweise der CFA-Franc 1994 allein durch den Beschluss der Banque de France abgewertet.
  6. Die Banknoten werden in Frankreich gedruckt.

Frankreich behauptet, die CFA-Länder profitieren vom afrikanischen Franc, da der Franc zu einem festen Wechselkurs zum Euro steht und Frankreich den Wechsel der Währung in Euro gewährt. Dies soll dem Franc Stabilität verleihen. Jedoch ist zu bedenken, dass ein fester Wechselkurs auch Nachteile mit sich bringt. Die CFA-Franc-Länder können nicht entscheiden, ob sie lieber ihre Exportgüter billig auf dem Weltmarkt verkaufen, indem sie die Staatswährung niedrig halten, somit die Exportgüter günstiger werden und man so die Wirtschaft ankurbelt; oder auch die Landeswährung höher bewertet, um günstiger auf dem Weltmarkt einzukaufen.

Die Situation in den CFA-Länder zeigen statt Profit Elend für diese Staaten. Marokko, Tunesien und Algerien, die sich nach der Unabhängigkeit aus der Franc-Zone zurückgezogen haben und ihre eigene Währung prägen, sind wirtschaftlich stärker als jedes Mitglied des CFA-Francs.

Auf der Liste des „Human Development Index“ ist die Hälfte der 14 schwächsten Länder Mitglieder der CFA-Franc-Zone. Sie gehören zu den hochverschuldeten Ländern und haben die niedrigsten Einkommen der Welt.

Die CFA-Staaten gehören zu den Ländern mit den niedrigsten Einkommen der Welt. Neun der Staaten haben eine Alphabetisierungsrate unter 50 Prozent. Das Gesundheitssystem ist zudem katastrophal.

Nachdem China und die USA vermehrt Interesse am afrikanischen Kontinent gezeigt haben und Frankreich nicht so einfach gegen diese Länder intervinieren kann, muss Frankreich den CFA-Staaten Zugeständnisse machen. So erklärte Bruno Le Maire, französischer Minister für Wirtschaft und Finanzen, am 11. Oktober während des Treffens der Finanzminister und der Leiter der Wirtschafts- und Währungsinstitutionen der 14 CFA-Länder, dass Frankreich für eine ehrgeizige Reform des CFA offen ist.

Im nächsten Teil wird ersichtlich, warum die afrikanischen Staaten sich den Neo-Kolonialismus gefallen lassen.

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