Frankreich und der säkulare Extremismus

Teil 4: Mit Militärgewalt gegen die Unabhängigkeit

Der ehemalige Staatschef Frankreichs François Mitterand sagte einst: „Ohne Afrika wird Frankreich im 21. Jahrhundert keine Geschichte haben.“ Frankreich versucht, seine politische und wirtschaftliche Stellung auf der Welt zu behalten, falls nötig mit Gewalt und Ausbeutung. In unserer Reihe wollen wir über die Verbrechen Frankreichs, ein Land, das sich dem säkularen Extremismus verpflichtet hat, berichten.

Der Wohlstand in Frankreich ist nicht dem Säkularismus und der Demokratie zu verdanken, sondern dem vergossenen Blut und der Ausbeutung. Als Guinea am 2. Oktober 1958 seine Unabhängigkeit erklärte und Ahmed Sékou Touré zum ersten Präsidenten Guineas erklärt wurde, wollte Frankreich dies nicht so stehen lassen. Die Franzosen, die das Land verließen, verwandelten Gebäude, wie Schulen, Säuglingsheime und öffentliche Verwaltungsgebäude zu Ruinen. Fahrzeuge und Traktoren wurden zerstört, das Vieh wurde getötet und Lebensmittel wurden verbrannt oder vergiftet.

Daraufhin hat der französische Staat, über Geheimagenten aus dem Senegal Waffen nach Guinea geschmuggelt und Untergrundmilizen aufgebaut, trainiert und ausgerüstet. Diese sollten Unruhe im Lande stiften. Auch wirtschaftlich wollte Frankreich Guinea schaden. So brachte Frankreich Falschgeld nach Guinea, um das Land in eine Inflation zu stürzen. Auch sollte keine Kolonie sich trauen, dem guineischen Vorbild zu folgen.

Sekou Touré sollte gestürzt werden, Komplotte wurden aufgedeckt und Feinde verhaftet. Aus der Angst Sekou Tourés wurde Guinea zu einer Diktatur mit Foltergefängnissen.

Ein weiteres Beispiel ist Togo, das am 27. April 1960 seine Unabhängigkeit erlangte. Nach der Unabhängigkeit verlangte Frankreich, dass Togo Entschädigung für die während der Kolonialzeit errichtete Infrastruktur zahlt. Sylvanus Olympio, der damalige Präsident Togos, weigerte sich 1963 rund 40 Prozent des Haushaltes von Togo an Frankreich zu zahlen. Dies würde das Überleben seines Landes gefährden. Er wollte auch die für Afrika bestimmte Währung, den CFA-Franc abschaffen. Es sollte drei Tage dauern, nachdem Togo am 13. Januar 1963 seine eigene Währung anfing zu drucken, bis ehemalige Fremdenlegionäre den Präsident stürzten und töteten und vier Jahre später sollte mit Frankreichs Unterstützung der Diktator Étienne Gnassingbé Eyadéma Präsident Togos werden.

Am 30. Juni 1962 beschloss Modiba Keita, der erste Präsident der Republik Mali, die französische Kolonialwährung CFA-Franc nicht mehr zu verwenden. Dies missfiel Frankreich und so wurde Keita am 19. November 1968 Opfer eines Putsches. Wie in Togo war der Putschist ein ehemaliger französischer Fremdenlegionär, Leutnant Moussa Traoré.

Zentralafrikanische Republik: 1. Januar 1966 Jean-Bédel Bokassa, ein ehemaliger französischer Fremdenlegionär, putscht David Dacko, den ersten Präsidenten der Zentralafrikanischen Republik.

Burkina Faso: 03.01.1966 Aboubacar Sangoulé Lamizana, ein ehemaliger französischer Legionär, putscht Maurice Yaméogo, der erste Präsident der Republik Obervolta, jetzt Burkina Faso genannt.

Benin: 26.10.1972 Mathieu Kérékou, Student von französischen Militärschulen von 1968 bis 1970, putscht Präsident Hubert Maga, den ersten Präsidenten der Republik Benin.

Laut einer Studie der Afrikanischen Entwicklungsbank gab es von 1970 bis 2010 in Subsahara 166 Putschversuche.

Frankreich putscht nicht nur, es verhindert auch Putsche gegen ihre eigenen Männer. So intervenierte Frankreichs Militär dieses Jahr gegen Rebellen im Tschad, um einen Staatsstreich gegen Präsident Idriss Deby zu verhindern.

Auf Debys Bitte hin bombardierten französische Kampfflugzeuge einen schwer bewaffneten Rebellenkonvoi, der von Libyen aus tief in das Gebiet des Tschad vordrang.

Bereits 2008 verhinderte Frankreich einen Putschversuch gegen Deby.

Frankreichs Mann Deby ist selber im Jahre 1990 durch einen Militärputsch an die Macht gekommen.

Die französische Armee ist aktuell in über 110 Standorten außerhalb Frankreichs im Einsatz.

„Ohne Afrika würde Frankreich eine drittklassige Macht werden,“ so der ehemalige französische Präsident Jacques Chirac. Ohne Ausbeutung und ohne Gewalt wäre Frankreich wirtschaftlich stark geschwächt. Werden China und die Vereinten Staaten Frankreich den Rang in Afrika streitig machen?

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