Der deutsche Autokonzern Volkswagen verhandelt nach übereinstimmenden Medienberichten über eine mögliche Umstellung seines Werks in Osnabrück auf die Fertigung von Support-Komponenten für das israelische Luftabwehrsystem Iron Dome. Partner wäre der staatliche israelische Rüstungskonzern Rafael Advanced Defense Systems.
Nach Berichten von Financial Times, Bloomberg, NDR, FAZ und anderen Medien sollen in Osnabrück künftig keine Abfangraketen, sondern unterstützende Komponenten hergestellt werden: Schwerlastwagen und Trägerfahrzeuge, Startrampen sowie Stromgeneratoren für das mobile Iron-Dome-System. Später könnte auch das Lasersystem Iron Beam betroffen sein. Die Umstellung wird als technisch relativ rasch umsetzbar beschrieben (innerhalb von 12 bis 18 Monaten) und würde begrenzte Investitionen erfordern.
Ein zentrales Hindernis war der Großaktionär Katar. Die Qatar Investment Authority hält etwa 10 Prozent der Anteile und rund 17 Prozent der Stimmrechte an Volkswagen und hatte Bedenken gegen eine direkte Kooperation mit dem israelischen Konzern geäußert. Als mögliche Lösung wird diskutiert, dass das Land Niedersachsen (gegebenenfalls gemeinsam mit dem Bund) Teile des Werks übernimmt und ein Gemeinschaftsunternehmen mit Rafael gründet. So bliebe Volkswagen selbst nicht direkt involviert. Berichte sprechen von möglichen Investitionen des Landes in einer Größenordnung von rund 200 Millionen Euro.
Laut NDR-Informationen vom 28. August 2026 sollte am 7. September eine Absichtserklärung zwischen VW, dem Land Niedersachsen und dem israelischen Konzern unterzeichnet werden. Die FAZ berichtete Anfang September, der Aufsichtsrat könne dem zustimmen. Ein endgültiger Vertrag ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Etwa 600 bis 700 Beschäftigte könnten in eine neue Einheit übernommen werden.
Volkswagen hat die Berichte nicht im Detail bestätigt und betont, man prüfe offene Perspektiven für den Standort und schließe eine eigene Waffenproduktion aus. Kritiker sehen in dem Vorhaben dennoch einen Einstieg des Konzerns in die Rüstungszulieferung für Israel. Historisch hatte Volkswagen im Zweiten Weltkrieg Rüstungsgüter hergestellt.
Für Israel und Rafael geht es um den Aufbau europäischer Produktionskapazitäten angesichts hoher Nachfrage. Deutschland unterstützt generell eine engere Verteidigungszusammenarbeit mit Israel.
Ob und in welcher Form die Pläne realisiert werden, bleibt offen. Die kommenden Tage könnten weitere Klarheit bringen.
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