Schweinekopf vor Rostocker Moschee abgelegt – Staatsschutz ermittelt

Vor dem Al-Nour-Kulturzentrum des Islamischen Bundes Rostock ist am Wochenende ein Schweinekopf deponiert worden. Der Staatsschutz hat Ermittlungen wegen des Verdachts der Beschimpfung von Bekenntnissen aufgenommen.

Eine Zeugin entdeckte den abgetrennten Schweinekopf am Sonntagmorgen gegen 8.30 Uhr vor dem Eingang der Einrichtung in der Salvador-Allende-Straße 28/29 im Stadtteil Toitenwinkel. Das Kulturzentrum, dessen Name „Das Licht“ bedeutet, wurde im vergangenen Winter eröffnet.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei wurde der Kopf in dem Zeitraum zwischen Freitag, 14. August, 14.30 Uhr, und Samstag, 15. August, 8.30 Uhr abgelegt. Auch Beobachtungen zwischen 8.30 und 9.00 Uhr am Samstagmorgen könnten für die Ermittlungen relevant sein. Hinweise nimmt der Kriminaldauerdienst unter der Telefonnummer 0381/4916 16 16 entgegen. Bisher seien keine weiteren Zeugenhinweise eingegangen, erklärte eine Polizeisprecherin.

Ermittler prüfen den Verdacht einer Straftat nach Paragraph 166 des Strafgesetzbuches. Danach kann die Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet werden.

Der Islamische Bund Rostock verurteilte den Vorfall scharf. „Wir verurteilen den abscheulichen Angriff auf unser Gotteshaus auf das Schärfste“, erklärte Dr. Ahmed Maher Fakhouri. Das Ablegen des Schweinekopfes sei „ein feiger Versuch, Muslime in unserer Stadt zu herabzuwürdigen und zu provozieren“. Die Tat richte sich nicht nur gegen die Gemeinde, sondern stelle auch einen „direkten Angriff auf die Demokratie und unser Grundgesetz“ dar. Religionsfreiheit und die ungestörte Ausübung des Glaubens seien in Deutschland geschützte Menschenrechte.

Einen unmittelbaren Zusammenhang mit dem bevorstehenden Landtagswahlkampf am 20. September konnte der Bund zunächst nicht bestätigen. Gleichzeitig betonte er, dass Vorurteile und Hetze aus dem rechtsradikalen Spektrum den Nährboden für solche Taten bereiteten und Täter ermutigten. Man vertraue auf die Arbeit der Ermittlungsbehörden und lasse sich „von Hass nicht spalten“.

Ähnliche Vorfälle mit Schweineköpfen vor muslimischen Einrichtungen oder geplanten Moschee-Standorten hatten in der Vergangenheit bereits mehrfach für Aufsehen gesorgt, unter anderem 2019 in Rostock.

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