Eskalation im Jemen: Houthis greifen Saudi-Arabien an

Nach fast fünfmonatiger Zurückhaltung haben die vom Iran unterstützten Houthi-Milizen im Jemen eine neue Offensive gegen Saudi-Arabien gestartet. Die Angriffe, die am 13. Juli begannen, haben sich in der vergangenen Woche dramatisch zugespitzt und fordern bereits Todesopfer auf beiden Seiten.

Die Houthi-Miliz rechtfertigt ihre Angriffe mit dem Vorwurf, Saudi-Arabien bereite eine Offensive vor. Die Rebellen behaupten, sie hätten „große saudische Militäraufgebote” angegriffen, die sich auf eine Offensive vorbereiteten. Diese Darstellung wurde von saudischer Seite nicht bestätigt. Die von Riad angeführte Koalition wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete die Angriffe als unprovozierte Aggression.

Die aktuelle Runde der Gewalt begann am 13. Juli 2026, als Houthi-Kämpfer Raketen auf saudisches Territorium abfeuerten – das erste Mal seit Jahren, dass die seit 2022 weitgehend ruhende Front wieder aufbrach. Laut dem britischen Guardian diente der Besuch eines iranischen Flugzeugs in der von den Houthis kontrollierten Hauptstadt Sana’a als unmittelbarer Auslöser. Seitdem eskalierten die Angriffe rapide.

Am 5. August behaupteten die Houthis, saudische Öltanker im Roten Meer angegriffen zu haben, und drohten damit, die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr zu sperren. Einen Tag später folgte ein „großangelegter” Angriff auf die südwestliche saudische Region Najran sowie auf Truppen der von Riad unterstützten jemenitischen Regierung.

Die schwersten Angriffe ereigneten sich am 7. August. Dabei starteten die Houthis mindestens zwölf Raketenangriffe auf die jemenitischen Provinzen Hadramaut und Marib, darunter auf das Militärlager Sahn al-Jinn. Dabei wurden laut der saudischen Presseagentur SPA elf Zivilisten verletzt, darunter ein Kind. Laut Sicherheitskreisen kamen insgesamt vier Menschen im Jemen und in Saudi-Arabien ums Leben. Zudem beanspruchten die Houthis Angriffe auf acht mit Saudi-Arabien verbundene Schiffe, Energieanlagen und einen Flughafen für sich.

Ein saudischer Offizier erklärte gegenüber CNN, dass sich das Königreich auf „mehrere koordinierte Angriffe” aus dem Norden (Irak) und dem Süden (Jemen) vorbereite.

Als Reaktion auf diese Bedrohung unterzeichneten Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan am 6. und 7. August in Mekka einen trilateralen Verteidigungspakt. Das NATO-ähnliche Abkommen soll Aggressionen in der Region abschrecken. Parallel dazu kündigte Riad die Gründung einer internationalen maritimen Verteidigungskoalition für das Rote Meer an.

Eine Quelle aus dem Umfeld der saudischen Armee betonte, die Koalition werde „nicht tatenlos zusehen”. Laut Berichten des Long War Journal erwägt Saudi-Arabien sowohl diplomatische Lösungen als auch militärische Gegenmaßnahmen. Die Houthis hatten sich seit Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran Ende Februar 2026 weitgehend aus dem Konflikt herausgehalten, während ihr Hauptunterstützer Teheran verheerende Angriffe erlebte.

Der seit 2014 andauernde jemenitische Bürgerkrieg hatte bis zum Waffenstillstand von 2022 Hunderttausende das Leben gekostet und eine der schlimmsten humanitären Krisen der Welt ausgelöst.

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